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MINT-EC-Camps - Naturwissenschaften gemeinsam interessant erleben

am 28. November 2017.

Die Schule gab mir in diesem Halbjahr die Möglichkeit, an gleich zwei MINT-EC-Camps teilzunehmen. Das erste fand vom 24.-27. September in Stuttgart zum Thema "Zerstörungsfreie Prüfung" statt. Das zweite Camp, für das ich mich beworben hatte, war eine Veranstaltung in Kooperation mit der RWTH Aachen, bei der wir uns vom 08.-11. November hauptsächlich mit dem Thema "Produktionstechnik" auseinandersetzten.

MC Fuchs 01

MINT-Camp "Zerstörungsfreie Prüfung"

MC Fuchs 02Nachdem wir sonntagnachmittags in Stuttgart angekommen waren, nahmen wir zuerst an einer Stadtführung teil. Bei anschließenden Gesprächsrunden und Spielen lernten wir uns in der Gruppe untereinander kennen. Außer mir waren 18 weitere Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet angereist.

Am nächsten Tag konnten wir durch Vorträge und Versuche verschiedene Facetten der zerstörungsfreien Prüfung kennenlernen. Für den Nachmittag war eine Werksführung im nahegelegenen Porschewerk in Zuffendorf angesetzt. Dort konnten wir sehen, wie die am Morgen vorgestellten Verfahren die Automobilproduktion nach den heutigen Sicherheitsstandards erst möglich machen. Wer will schon einen Achsbruch oder einen Ausfall der Bremsen während der Fahrt erleiden müssen?

MC Fuchs 03Am Dienstag fuhren wir zu BMB nach Heilbronn, dem größten Dienstleister im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung in Europa. Es war erstaunlich zu sehen, in welchen Bereichen zerstörungsfreie Prüfung angewendet wird: Wussten Sie zum Beispiel, dass es in der Lebensmittelbranche nicht unüblich ist, Produkte zu röntgen, um sie auf Metallsplitter hin zu kontrollieren? Nachdem wir mit Hilfe eines CT den Inhalt von Überaschungseiern bestimmt hatten (normalerweise wird so etwas natürlich nicht gemacht, sondern z.B. Platinen untersucht), ging es zurück in die Jugendherberge.

Den Abschluss des Camps bildete am Mittwoch der Besuch des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart.

MINT-Camp "Produktionstechnik"

Sechs Wochen später hieß es schon wieder Koffer packen und los, allerdings diesmal nicht quer durch Deutschland sondern „nur“ nach Aachen. Auch das Thema war ein ganz anderes. Diesmal trafen sich 23 Jugendliche, um sich mit dem Themenbereich „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ zu beschäftigen. So hieß zumindest das Excellenzcluster der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen, das wir während des Camps Anfang November besuchten. Kurz gesagt beschäftigen sich die Institute des Clusters mit der Entwicklung von Verfahren, die dabei helfen sollen, die Industrie in Deutschland auch in Zukunft global wettbewerbsfähig zu erhalten. Rationalisierung und Industrie 4.0 (also Digitalisierung) spielen hierbei eine zentrale Rolle.

Nach der Ankunft am Mittwoch ging es direkt zum ersten Vortrag. Mit dem „Beer Distribution Game“, dies ist ein Planspiel, bei dem mit Kronkorken die Herstellungs- und Vertriebskette von Bier simuliert wird (wie einige Teilnehmer etwas enttäuscht feststellten), lernten wir die gravierenden Auswirkungen von mangelnder Kommunikation im Herstellungsprozess kennen. Gleichzeitig entwickelten selbst Ansätze, um dem sogenannten Bullwhip-Effekt entgegenzuwirken, bei dem sich durch mangelnde Kommunikation der Beteiligten die Bestellmengen ohne erkennbaren Auslöser potenzieren. 

MC Fuchs 05MC Fuchs 04Donnerstagmorgens war ein Workshop zum Thema „Der Mensch in der Produktion der Zukunft“ angesetzt. Danach besuchten wir das Institut für Textiltechnik und konnten dort die Vielfalt des modernen Textils entdecken, die weit über die Verarbeitung zu Kleidung hinausgeht. Sogar Drucktanks können mittlerweile aus Textilien in einem Stück hergestellt werden. Mit einer Vorlesung zum Thema „Industrielle Robotik“, die die verschiedenen Arten von modernen Industrierobotern und die mathematischen Grundlagen der Robotersteuerung thematisierte, wurde ein weiterer Baustein einer modernen und effizienten Produktion angerissen. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch in einer der Maschinenhallen des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH.

Am Freitag stand das Thema „Lasertechnik und optische Systeme“ im Fokus. Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT) konnten wir die gesamte Bandbreite moderner Laser, deren Funktionsweise und deren Nutzen für die Industrie entdecken. Das Highlight war jedoch zweifelsohne eine Laserharfe, die von Studenten der RWTH gebaut worden war. Mit diesem Instrument kann man durch Unterbrechen eines Laserstrahls (und einer Menge weiterer Technik) verschiedenste Instrumente imitieren und damit eine ganze Band ersetzten.

Einer der Höhepunkte des Camps war der Besuch der RWTH Wissenschaftsnacht, bei der viele Professoren, Dozenten und auch Studenten in Vorträgen und Ausstellungen ihre aktuellen Forschungsprojekte vorstellten. Anschließend konnten wir noch bei der Wissenschaftsnacht der Professoren eine Party erleben, bei der die Professoren der Universität den DJ ersetzten.

MC Fuchs 06Den Abschluss des Camps bildete die Präsentation unserer (zumeist bis spät in die Nacht vorbereiteten) Vorträge.

Bei den beiden MINT-EC Camps konnten wir nicht nur sehr viel zu den jeweiligen Themenbereichen lernen, sondern uns auch hinsichtlich eines naturwissenschaftlichen Studiums und Tätigkeiten im Mintbereich informieren. Die gemeinsame Arbeit mit Gleichgesinnten an einem interessanten Thema hat mich begeistert. Auch der Spaß in der Gruppe kam nicht zu kurz, die geselligen Abende sind schon fast legendär. Ich kann jedem die Teilnahme an einem MINT-EC Camp nur ans Herz legen, der sich in irgendeiner Weise für MINT interessiert.

Text: Thorsten Fuchs (MSS 11)
Bilder: Thorsten Fuchs (MSS 11), MINT-EC

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