06. Dezember 2011
Donnerstag und Freitag, 22.-23. September
Endlich war es soweit...! Am Donnerstagabend des 22. September machten wir uns zusammen mit unseren Betreuungslehrern Frau Dr. Ritzerfeld-Verhaert und Herrn Dr. Hugger auf den Weg zu der sichtlich kleinen, aber dennoch schön südlich von Italien gelegenen Insel Malta. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit kamen wir nach ca. 10 Stunden Anreise (samt Zugfahrt, langen Wartens und verspäteten Fliegers) hundemüde, aber trotzdem gespannt in dem Hotel an, in dem wir die nächsten sieben Tage nächtigen sollten. Doch damit hatte niemand gerechnet: vier Apartments à 170m² mit eigenem Fernseher, Klimaanlage, zwei Bädern, genügend Betten und einem Balkon mit direktem Meeresblick! Nachdem wir dann mitten in der Nacht die Zimmer verteilt hatten, fielen wir erledigt ins Bett.
Der erste Tag unserer Fahrt begann mit einigen Einkäufen im nahegelegenen Supermarkt, damit wir ein leckeres Frühstück auf der Veranda des Balkons einnehmen konnten. Um die Mittagszeit fuhren wir dann in die nicht weit entfernte Hauptstadt von Malta: Valletta. Dort zeigte uns eine äußerst ,,nette“ (!) Reiseführerin alles Sehenswerte der Stadt, die größenmäßig nicht mehr Quadratkilometer umfasst als ein Drittel der Fläche von Köln. Die Hauptstadt Maltas bietet alles: Sehenswürdigkeiten und Shopping im Zentrum und Nightlife in den Vororten St. Juliens und Paceville, wo sich auch unser Hotel befand. Valletta ist nicht nur das historische Zentrum der Insel mit den meisten Sehenswürdigkeiten, sondern tagsüber auch eine lebendige Einkaufsstadt. Nach der Führung hatten wir noch die Möglichkeit, ein bisschen durch die vielen netten Geschäfte von Valletta zu schlendern und das Super-Wetter bei einem Cappuccino zu genießen. Gegen 18 Uhr ging es dann zurück ins Apartment, wo zusammen gekocht werden sollte. Tortellini mit Käsesahnesoße standen heute auf der Speisetafel.
Samstag, 24. September
Auf dem Programm für den zweiten Tag unserer Studienfahrt nach Malta stand die Blaue Lagune. Dieser Programmpunkt hatte zur Folge, dass sich alle Schüler schon beim gemeinsamen Frühstück auf den bevorstehenden Ausflug freuten. Schon im Vorfeld unserer Studienfahrt hatten wir herausgefunden, dass es sich bei der Blauen Lagune um eine felsige Insel handelt, die eine Bucht umschließt und als einer der schönsten Orte Maltas gilt. Aufgrund der vielen Kilometer, die dieses kleine Paradies vom Festland trennt, waren wir gezwungen, eine Fähre zu nutzen. Diese Tatsache ist natürlich für uns Nonnenwerther kein besonderer Umstand. Die Busreise zur Fähre stellte sich zwar als wesentlich länger und beschwerlicher vor als gedacht, aber als wir auf der Fähre Richtung Blaue Lagune saßen, waren wir uns alle einig, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hatte.
Es war ein einzigartiges Naturschauspiel; die Gegend um die Blaue Lagune besteht aus felsigen Inselgruppen, die aus dem typischen hellen Sandstein bestehen. Von unseren Plätzen aus waren die dunklen, vom Meer ausgespülten Höhlen gut zu erkennen. Ganz hineinfahren konnte man aufgrund von kantigen Felsformationen unter Wasser leider nicht. Angekommen an der Blauen Lagune war der einzige Gedanke von uns Schülern, in das türkisfarbene Wasser springen zu dürfen. Nachdem dieser Wunsch in Erfüllung gegangen war, waren wir auch wieder aufnahmefähig für interessante Informationen über die Flora und Fauna der Blauen Lagune. Besonderes Interesse einer Einzelnen und das Gekreische vieler von uns Mädchen rief die zahlreiche Existenz von Eidechsenpopulationen hervor. Insgesamt war der Tag eine gute Mischung zwischen dem von uns Schülern natürlich bevorzugten Strandurlaub und dem im Vordergrund stehenden Lehrauftrag unserer Studienfahrt.
Sonntag, 25. September
Sonntags ging es schon früh in den Gottesdienst, der auf maltesisch gehalten wurde. Viel verstanden wir daher nicht. Der Pfarrer kam auf unsere Gruppe zu und erklärte nochmals einiges auf englisch. Wir nutzten den restlichen Sonntag, der uns zur freien Verfügung stand, mit unterschiedlichen Freizeitaktivitäten, die einen gingen durch St. Juliens spazieren, während andere am Strand Sonne tankten. Abends versammelte sich die ganze Gruppe und wir aßen zusammen in einem hotelnahen Restaurant.
Montag, 26. September
Am 26. September lautete das vielversprechende Motto des Tages: „Kultur kompakt“. Da uns also ein strammes Programm erwartete, trafen wir uns nach dem Frühstück um 9 Uhr vor dem Hotel. In einem für uns bereitgestellten Bus machten wir uns zuerst in Richtung Mosta auf den Weg. Josephine, unsere Reiseleiterin für diesen Tag, informierte uns schon auf der Fahrt über die Kuppelkirche, die unser erstes Ziel sein sollte. So besitzt diese nach dem Petersdom, der Kirche Santa Maria del Fiore und dem Pantheon, die viertgrößte Kuppel der Welt. Entworfen wurde die Kirche vom Malteser Baumeister Grognet de Vassè. Sechs Baumeister sowie ein großer Teil der Bevölkerung bauten sie in den Jahren von 1833 bis 1871. Nach den eindrucksvollen Bildern der Kuppelkirche wurde uns eine Stunde Freizeit gestattet, in der wir den Wochenmarkt von Mosta besuchen konnten. Dieser ist bekannt für seine günstigen Preise, was Lebensmittel und Textilien betrifft.
Um 11 Uhr setzten wir die Fahrt dann nach Rabat fort, ein Vorort von Mdina, wo sich die St. Paul's Katakomben befinden. Die Katakomben wurden etwa um 350 n. Chr. angelegt und erstrecken sich über bisher bekannte 1,5 Quadratkilometer. Im Laufe der Jahre wurden hier etwa 1.400 Tote beerdigt (Quelle: wikipedia). Nach der Besichtigung wurde uns bis 13 Uhr eine Mittagspause gestattet, die wir zum Essen, Besichtigen oder Einkaufen nutzten. Schließlich stand die steinzeitliche Tempelanlage „Hagar Qim“ auf dem Programm. Diese bezeichnet die Reste von vier Tempeln, die zwischen 3600 und 2500 v. Chr. entstanden sind und zum UNESCO- Weltkulturerbe gehören.
Unterwegs zum Inquisitor's Palace in Vittoriosa, der den nächsten Programmpunkt darstellte, machten wir einen kurzen Stopp bei den Dingli-Klippen. Dort fällt das Hochland steil ins Meer ab und bildet eine 200 Meter hohe Kammlinie, die nur an einigen Stellen von landwirtschaftlichen Terrassenfeldern genutzt wird. Bei der Besichtigung des Inquisitor's Palace schließlich erfuhren wir, dass dieser im 15. Jahrhundert von den Rittern errichtet wurde und dem Orden des Heiligen Johannes als Justizpalast diente, also anfangs nicht als Sitz des Inquisitors diente. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde dort das Inquisitionsverfahren von der katholischen Kirche zur Bekehrung oder Verurteilung von Ketzern gebraucht. Gegen 16 Uhr waren die Besichtigungen beendet und wir machten uns auf den Rückweg nach St. Juliens. Die restliche Zeit des Tages konnten wir frei gestalten, beispielsweise um die spätmittägliche Sonne am Strand zu genießen.
Dienstag, 27. September
Am Dienstag trafen die 23 Schülerinnen und Schüler der Malta-Studienfahrt sich morgens um viertel vor acht zum Frühstück in Apartment 7. Der Tagesplan wurde bekanntgegeben und war wie folgt: Um neun Uhr wurde der Bus in Richtung Valletta, der Hauptstadt Maltas, genommen, um dort die Markthalle zu besichtigen. Im Anschluss durfte geshoppt werden, nicht nur in der Innenstadt Vallettas, sondern auch in dem naheliegenden Einkaufszentrum "The Point". Es wurde sich mit Klamotten eingedeckt, letzte Besorgungen für die Heimreise wurden gemacht und Souvenirs ergattert. Als um 18 Uhr alle wieder im Hotel eintrafen, wurden Einkäufe im Supermarkt für das Abendessen erledigt. Es gab: Spaghetti mit Tomatensoße. Dann machten wir uns für einen gemeinsamen Kinobesuch fertig. In englischer Sprache wurde der Film "Friends with Benefits" geschaut. Alle waren begeistert! Direkt im Anschluss gingen alle zu Bett und der vorletzte Tag der Studienfahrt war erfolgreich absolviert!
Mittwoch, 28. September
Am Mittwoch fuhren wir, von einem liebevoll gestalteten Frühstück gestärkt, mit dem vor Menschen überquillenden Bus zur Festungsstadt Mdina, um diese mit Hilfe einer sorgsam geplanten Stadtrallye zu erkunden. Leider waren die Anweisungen teilweise so unverständlich, dass sich einige Gruppen in den Straßen von Mdina fast verirrten. Dennoch schafften es alle in der vorgegebenen Zeit mithilfe der netten Einheimischen zum ausgemachten Treffpunkt.
Von dort ging es in eines der renommiertesten und bekanntesten Cafés der Stadt, wo nochmal etwas gegen den kleinen oder teilweise auch größeren Hunger getan werden konnte. Auf unserem Rückweg in die Apartments verpassten wir wieder mal den Bus, weshalb die komplette Haltestelle von uns blockiert wurde. Wieder zurück wurde sich noch schnell fertig gemacht, bevor wir zusammen in dem hoteleigenen Restaurant zu Abend aßen. Wobei hier „zusammen“ leider nicht wörtlich zu nehmen ist, da die Mahlzeiten nur nach und nach mit ca. 30 Minuten Verzögerungen an die Tische gebracht wurden. Dennoch war das Essen sehr lecker. Da Viktoria am nächsten Tag Geburtstag hatte, feierten wir den letzten Abend gebührend.
Donnerstag, 29. September
Den letzten Tag unserer Studienfahrt verbrachten wir auf zwei unterschiedliche Weisen: Die einen konnten ausschlafen und in Ruhe ihre Koffer zu Ende packen. Wer sich nicht zu dieser Gruppe zählen konnte, der saß in der deutschen Botschaft, um seine Ausreise am Abend sicherzustellen, indem entsprechendes Diebesgut mit einem vorläufigen Reiseausweis ersetzt wurde. Als sich schließlich alle, samt eindeutiger Identität, im Hotel wiederfanden, genossen wir gemeinsam die letzten Stunden Sonne auf Malta an einem dem Hotel nahe gelegenen Felsenstrand. Am Nachmittag traten wir die anstrengende Rückreise an, sicherlich alle voller Vorfreude auf die heimische Dusche.
Texte: Laura Kanschik (Donnerstag, Freitag), Anahita Wesely (Samstag), Lukas Schmitt und Sören Müller (Sonntag, Mittwoch), Lena Kissel (Montag), Svenja Adler (Dienstag), Lisa Dickel (Donnerstag); Bilder: Svenja Adler, Lena Kissel, Nadine Rudolphi (alle Jgst. 13)

