Groß war der Jubel, als Jazztitan Peter Herbolzheimer den Sieger des ersten Bonnern Bigbandwettberbs verkündete:
"Den ersten Preis und damit eine Reise nach Berlin gewinnen die "Rhine-Island-Bigband" des Gymnasiums Nonnenwerth und die "Wooden Helmets" des Bonner Helmholtz-Gymnasiums." Gestiftet wurde diese Reise von Stephan Eisel, MdB, der die Bands zu einem Kurzauftritt nach Berlin einlud.

Vorausgegangen war ein abwechslungsreicher und kurzweiliger Wettbewerb, in dessen Verlauf sich vier Schulbands dem kritischen Urteil der hochkarätig besetzten Jury stellte. Unter dem Vorsitz von Peter Herbolzheimer hatten sich Oliver Pospiech, Leiter der Uni-Bigband, Peter Ortmann, Stephan Eisel und Peter Hoffmann in dieser Jury zusammengefunden. Sie beurteilten neben typischen Bigbandqualitäten wie Präzision, Dynamik und Artikulation auch Spielfreude und Programmauswahl.

Jede Band hatte 20 bis 25 Minuten Zeit, sich zu präsentieren. Ein Stück, und das war eines der wichtigsten Kriterien, musste dabei Anklänge an Beethovens "Ode an die Freude" beinhalten. Hier waren Latin-Arangements zu hören oder auch eher intellektuell anmutende Bearbeitungen wie das der Jazzband des Hardtberggymnasiums oder eine Swingnummer der Bigband des Collegium Josephinum.

Die Nonnenwerther "Rhine-Island-Bigband" unter Leitung von Andrea Monreal hatte zwei Gesangsnummern im Repertoire, in denen sich Nonnenwerths Sängerinnen Leonie Oberländer und Vicky Ottersbach vorstellten. Es schlossen sich Swing- und Latinklassiker wie "Cute" und "Mas que nada" an. Der "The 59th" genannte Mix aus 5. und 9. Sinfonie beschloss das Wettbewerbsprogramm. Diese rockige Funknummer zitiert das berühmte Schicksalsthema der 5. Sinfonie. Dem hatten die Nonnenwerther die "Freude" des Götterfunkens in den Trompeten gegenübergestellt. Der Funke sprang über und Freude und Stolz auf ihre Leistung war im Anschluss bei den jungen Nachwuchsmusikern zu spüren: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!"

Text: Andrea Monreal
Bilder: Herr Schülzchen