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„Du holde Kunst, ich danke dir dafür!“ Abschieds-Konzert des Musik-LK

Gepostet am 20. März 2018 | Musik

Das Ende war ein wahrlich bewegender Moment: mit den Worten der Schubert-Vertonung des Gedichtes „An die Musik“ („Oft hat ein Seufzer, deiner Harf‘ entflossen, ein süßer, heiliger Akkord von dir, den Himmel bessrer Zeiten mir erschlossen, du holde Kunst, ich danke dir dafür!“) und dem kurzen Klaviernachspiel verhallten die letzten Töne in der Remagener Anna-Kapelle. Die Frage, die unterschwellig im Raum nachklang lautete: War das gerade Gehörte etwa der Dank des Dichters Franz von Schober oder der des genialen Wortvertoners Franz Schubert? Oder etwa der ehrliche Dank der Schülerinnen und Schüler im Rückblick auf die letzten drei Jahre Oberstufenzeit bzw. nicht auch der unausgesprochene Dank der zahlreichen Zuhörer an die Musik für die abwechslungsreichen zwei Stunden zuvor?

Das Konzert war in zwei Hälften geteilt: Zu Beginn der angekündigte Streifzug durch die Musikgeschichte, beginnend mit einem stimmungsvollen Trinklied aus der Renaissance zu einem ersten Highlight des Abends, dem intonatorisch-rein vorgetragenen vierstimmigen Bach-Choral „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ aus der Matthäuspassion und einem ersten Soloauftritt. Der „Hahn im Korb“ Lukas Wagner an der Violine spielte die Solopartita No. 3 in E-Dur von J.S. Bach. Mit sauberem Strich vorgetragen erklang sie raumfüllend in der klangvollen Akustik des ehemals sakralen Raumes.

Nur kurz durch launige Ansagen unterbrochen, erreichte man schließlich die klassisch-romantische Epoche, bei der „Am Brunnen vor dem Tore“, Schuberts „Heilig, heilig, heilig“ aus der deutschen Messe und vor allem Bruckners „Locus Iste“ hervorzuheben sind. Wurden die ersten beiden Werke rein à Capella vorgetragen, so stützte bei Bruckners Meisterwerk das Klavier den Chor leicht, damit die chromatischen Durchgänge und verwinkelte Vorhalte auch klangsicher vorgetragen werden konnten – was eindrucksvoll gelang. Dies ist umso mehr erstaunlich, da der Kurs zu Beginn der Oberstufenzeit doch eher als etwas „mundfaul“ – so Musiklehrer Jürgen Roth mit einem Augenzwinkern – galt… Die tiefe Gottesgläubigkeit Anton Bruckners fand entsprechenden Widerhall in der Interpretation der jungen Choristen. Tatkräftig sang Lehrer Roth mit, so dass die Männerstimmen zumindest einfach besetzt waren, während Musikkollegin Sabina Büsch am Klavier aushalf. Nach derartigen Höhenflügen und dem gleichzeitigen Herunterfallen einiger Steine von aufgeregten Schülerherzen gab es erstmal einen kleinen Umtrunk verbunden mit der Pause.

Im zweiten Teil, sozusagen der „Kür“, lag nun das Augenmerk auf der populären Musik des 20. Jahrhunderts. Hier kam nun auch die kleine Rhythmusgruppe mit Mark Braun an Cello und Bass sowie Valentin Bücherl an der Cajon zum Einsatz. Zwischen soulig-funkigen Chorstücken der 1960er und 1970er Jahre wie „Sunny“ oder „Just the two of us“ sowie poppigen Hits der folgenden Zeit stachen vor allem die Vokal-Solistinnen heraus: Jenni Krain mit ihrem gefühlvollen Intro zu „Go, tell it to the Mountain“, Samira Merabet ausdrucksstark mit Rihannas „Stay“ und vor allem die beiden Singer-Songwriterinnen Leyla Saffarian und Celina Spanier, die ihre eigenen Stücke souverän und unter die Haut gehend vortrugen und sich dabei noch selbst an Ukulele bzw. Gitarre begleiteten.

Zwischendurch sang Musiklehrer Roth „seinem“ Kurs mit einer Nat King Cole Adaption von „L-o-v-e“ einen kleinen Abschiedsgruß. Die gebürtige Remagenerin Celina Spanier wiederum setzte zusammen mit der spontan eingesprungenen Nonnenwerther Lehrerin Jeanette Latus, die eigentlich „nur“ für die Technik vor Ort war, Michael Jacksons „Man in the Mirror“ mit einem „Powerduett“ ein würdiges Denkmal. Sie läuteten damit das große Gospelfinale ein, welches mit „The Lord just keeps on blessing me“ das Konzert eigentlich beendete, bevor sich zum erwähnten Schubert-Lied noch einmal alle Beteiligten auf der Bühne versammelten. Schulleiterin Andrea Monreal dankte anschließend den Schülerinnen und Schülern sowie den Kolleginnen und Kollegen für den großen Einsatz und lobte das hohe Niveau, während das Publikum lautstark nach Zugabe verlangte.

So neigte sich schließlich ein runder Konzertabend dem Ende zu und hinterließ beseelte Mitwirkende und Zuhörer in die Nacht, nachdem sie die Musik zumindest zeitweise in „eine bessre Welt entrückt“ hatte.


Text: Jürgen Roth
Fotos: privat