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Exkursion zum Amtsgericht

Gepostet am 23. Juni 2019 | Exkursionen, Sozialkunde

Nachdem unsere Parallelklasse, die 8a, schon am 27. Mai ihre Exkursion ins Gericht wahrnehmen durfte, unternahmen auch wir, die 8c, im Rahmen des Lehrplanthemas „Recht“ im Sozialkundeunterricht eine Exkursion zum Amtsgericht nach Königswinter. Im Vorfeld hatten wir mit unserer Lehrerin Frau Heilmann-Cappel schon Fragen gesammelt, die uns beschäftigten.

Es war mit der Richterin, Frau Dr. Pohl, vereinbart, dass wir uns in der halben Stunde vor Beginn der Verhandlungen mit ihr unterhalten durften. Nach unserer Ankunft klärte sie uns zunächst über die verschiedenen Fälle dieses Vormittages auf, die wir dann hören und sehen würden. Unsere anschließenden Fragen drehten sich vor allem um Persönliches: Was waren Ihre schlimmsten Fälle? Haben Sie manchmal Mitleid mit den Angeklagten? Halten Sie das Strafmaß in Deutschland im Vergleich zu den USA für besser? Haben Sie selbst schon einmal Gesetze übertreten? (Letzteres verneinte sie natürlich!)

Bevor es um 9:00 Uhr mit dem ersten Fall begann, belehrte sie uns noch über die Verhaltensregeln im Gericht: keine Zwischenrufe, nicht essen, nicht trinken… „Frau Heilmann-Cappel, ist das alles denn echt hier?“ – diese Frage zeigte, dass es manchen von uns noch nicht ganz klar war, dass wir es hier tatsächlich mit einem echten Gericht und echten Beteiligten zu tun hatten.

In der ersten Verhandlung ging es um zwei Freunde, die am Ende einer durchzechten Nacht beim Aussteigen aus einem Bus miteinander in Streit gerieten, der handgreiflich endete. Während der Angeklagte angab, sich aufgrund seines Alkoholkonsums nicht an die Tat erinnern zu können, erschien das Opfer zur Verhandlung nicht. Daher konnte kein Urteil gesprochen werden, sondern es musste ein neuer Verhandlungstermin festgelegt werden.

Bei der zweiten Verhandlung ging es um eine Frau, die gegen das Pflichtversicherungsgesetz verstoßen hat. Sie sollte 400 Euro Strafe zahlen, hatte jedoch dagegen Klage eingereicht. Als sich jedoch herausstellte, dass ihre Klage aussichtslos ist, sah sie die Strafe ein, bat aber um eine Ratenzahlung.

In der Letzen Verhandlung ging es um einen Mann, der fahrlässige Körperverletzung und Gewalt gegen einen Polizeibeamten ausgeübt hat. Dieser sagte auch als Zeuge aus. Es stand Aussage gegen Aussage. Der Angeklagte hatte ein langes Vorstrafenregister, war Alkoholiker und auch drogenabhängig. Sein Lebenslauf klang sehr bedrückend: kein Schulabschluss, immer mal wieder Gelegenheitsjobs, immer wieder wegen Unzuverlässigkeit und Zuspätkommens entlassen. Mittlerweile hatte er so viele Geldstrafen angesammelt, dass er aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse und der Zahlungsunfähigkeit diese in Sozialstunden ableisten musste. Die Richterin ermahnte ihn, er möge doch eine geordnete Arbeit suchen und auch eine Therapie machen, damit er seine Aggressionen in den Griff bekommen.

Nach dem Gerichtsbesuch  ging es wieder mit der Stadtbahn zurück zur Schule. Am Ende des Tages können wir sagen, dass die Exkursion sehr interessant war und wir viel lernen konnten.


Text:  Malena Baumann, Timur Toksöz (Klasse 8c)
Fotos: Astrid Heilmann-Cappel