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Das Licht von Assisi – Assisifahrt 2019

Gepostet am 30. Oktober 2019 | Fahrten, Inselleben, Religion

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne,
der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.

Diese Zeilen finden sich im Anfang von Il Cantico di Frate Sole, den wir als „Sonnengesang“ des Heiligen Franz von Assisi aus unseren Schulgottesdiensten kennen und seit Jahren gerne singen, weil er so viel Freude auf uns alle überträgt.

Aber was hat es eigentlich mit dem von Franz so liebevoll besungenen Licht auf sich? Welche Erfahrungen hatte er in seinem Leben gemacht, um diesem Thema ein Lied zu widmen, das heute in vielen Sprachen übersetzt auf der ganzen Welt gesungen wird?

In diesem Jahr fuhren wir, eine Gruppe von 29 SchülerInnen verschiedener Jahrgangsstufen und begleitet von Herrn Meixner, Frau Wissmann, Frau Schüller-Rees und Frau Ringe, vom 4. bis zum 11. September 2019 gemeinsam zur Wiege unseres Franziskanischen Ordens, um es herauszufinden: nach Assisi im italienischen Umbrien.

Nach einer mehrstündigen Busfahrt erreichten wir das Anwesen der Sießener Schwestern, unterhalb des historischen Zentrums Assisis.

Vor Ort wurden wir nicht nur von strahlender Sonne, sondern auch von Schwester Maria Doreen begrüßt, die uns unsere Unterkunft für die folgenden Tage, das Casa del Bene sowie einen dazugehörigen Wohnturm, zeigte. Umgeben von einem Hain, an dessen Oliven, Birnen, Äpfel, Trauben und Feigen wir uns für die Dauer unseres Aufenthalts bedienen dürften, lag in der Luft der würzige Geruch der wilden Minze, die im Gras zwischen den Bäumen wuchs. Am Horizont ragte aus den Spitzen der Zypressen der Glockenturm von San Damiano, einer der Stationen unserer Spurensuche.

Begleitet wurde diese von einem kreativen Projekt, um unsere Überlegungen zu verbildlichen und für die daheim Gebliebenen deutlich zu machen: ausgerüstet mit Spiegelreflexkameras sowie Pinsel und Farbe erstellten wir in Kleingruppen zahlreiche Fotografien und Gemälde. Betreut wurde dieses Projekt von Frau Schüller-Rees und Frau Ringe.

Um das leibliche Wohl kümmerte sich das täglich wechselnde Küchenteam, das, von Frau Wissmann angeleitet, für vielfältige und leckere Gerichte sorgte. Auch Herr Meixner achtete auf die tägliche Vitaminzufuhr, indem er uns zusammen mit den ehemaligen Schülerinnen seiner Zirkus-AG, zwar nicht die Sterne vom Himmel, aber das Obst von den Bäumen holte.

In den folgenden Tagen besuchten wir auf den biographischen Spuren des Heiligen Franz von Assisi und der Heiligen Klara verschiedene Orte der Umgebung: Unsere erste Station am Donnerstag, dem 05.09., war die Burg Rocca Maggiore oberhalb von Assisi, die sinnbildlich für den ersten Abschnitt im Leben von Franz steht, in dem er, der Sohn reicher Bürger, als Soldat nach Ruhm und Ehre strebte. Die gesellschaftlichen Spannungen seiner Zeit wurden dabei vor Ort in einem vielschichtigen Rollenspiel verdeutlicht, zu dem Frau Schüller-Rees die Teilnehmer der Gruppe einlud.

Am Freitag, dem 6. September, besuchten wir das Kloster San Damiano, in dem wir eine Führung durch Schwester Maria Doreen erhielten und insbesondere etwas über das zurückgezogene Leben Klaras erfuhren. Am Abend sahen wir gemeinsam einen Spielfilm über das Leben der beiden Heiligen und führten noch interessante Diskussionen über ihr Handeln und Wirken.

Am darauffolgenden Samstag kamen unsere Wanderstiefel zum Einsatz. Nach einer längeren Wanderung in die Berge und Wälder oberhalb von Assisi besuchten wir unter der Anleitung von Schwester Maria Doreen die Carceri (die Einsiedelei), in die sich Franz und seine Gefährten zu Gebet und Besinnung zurückzogen. Dieser Ort faszinierte besonders viele durch dessen Ruhe und Ausstrahlung, insbesondere der mit zunehmender Distanz zur Ortschaft verbundene Perspektivwechsel.

Eine besonders motivierte Teilgruppe bestieg im Anschluss noch den Monte Subasio, von dem aus sich ein atemberaubender Blick auf Assisi und die Umgebung bot. Unterwegs wurden wir allerdings von einem heftigen Gewitter überrascht, so dass sich der Abstieg zu einer intensiven und sehr feuchten Naturerfahrung entwickelte.

Ein besonderes Erlebnis war am darauffolgenden Sonntag der gemeinsame Gottesdienst in Santa Maria Maggiore, wo wir sehr herzlich als deutsche Gäste willkommen geheißen wurden. Den Rest des sonnigen Tages verbrachten wir sehr entspannt mit kreativer Arbeit im Hain unseres Wohnhauses.

Am Montag, dem 9. September, brachen wir nach einem besonders frühen Frühstück in die Kirche von San Francesco auf, um unter der Führung von Bruder Thomas Freidel mehr über mit die berühmten Malereien Giottos und Cimabues zu erfahren. Ein zweites kulturelles Highlight stellte am Nachmittag die gemeinsame Wanderung zur Kirche von Portiuncula dar; dieser stellte nicht nur den Ort der Gemeinschaft rund um Franz von Assisi, sondern auch dessen Sterbeort und somit die letzte Station unserer Spurensuche dar. Diesen letzten Tag unserer Reise beendeten wir nach dem Abendessen mit einer Betrachtung unserer Bildergebnisse und einem gemeinsamen Liederabend am Lagerfeuer.

Am Dienstag, dem 10. September, begaben wir uns am Mittag auf den Rückweg nach Deutschland, wo wir nach mehrstündiger Fahrt wie geplant am darauffolgenden Morgen ankamen.

Eine Präsentation der entstandenen Arbeiten fand am Tag der offenen Türe in Form einer kleinen Ausstellung im ersten Stock der Schule statt. Dort konnten die Besucher ihr Lieblingsbild wählen, das das Titelbild der nächsten Ausgabe unseres Jahrbuchs „Inselgrüße“ werden soll. Nach einer spannenden Auszählung durften wir Fabian Schlott als stolzen Gewinner verkünden.


Die Rückmeldungen und Ergebnisse sprechen für sich: Assisi war und ist ein besonderes Erlebnis, das demjenigen, der sich darauf einlässt, neue Einsichten eröffnet – nicht nur für das äußere Licht, sondern auch das innere.

 


Text: Christina Ringe
Fotos: Lisa Schüller-Rees, Helmut Meixner, Fabian Schlott