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Selbst genähte Rucksäcke treffen den Zeitgeist

Gepostet am 6. Februar 2019 | Junior Akademie, RheinAhrCampus, Wirtschaft

Nonnenwerther Schülerfirma „auua“ verlängert die Nutzungsdauer von Kleidung

Rucksäcke, Taschen oder Turnbeutel: Die Nonnenwerther Schülerfirma „auua“ kreiert seit Anfang dieses Schuljahres die praktischen Beutel mit Kordelzug, die im Handel derzeit im Trend liegen und den Zeitgeist treffen.

Einfach wäre es, den Stoff fertig im Laden zu kaufen, zuzuschneiden und die rechteckigen Stoffe zusammenzunähen. Doch das ist nicht die Philosophie der Nonnenwerther Schülerinnen und Schüler. Bei ihnen spielt der Umweltgedanke eine große Rolle. Oftmals wird Kleidung aus modischen Gründen oder wegen Verschleiß nur kurze Zeit getragen. Außerdem werden die Kleidungsstücke aufgrund der Wachstumsphase von Kindern und Jugendlichen schnell zu klein. Die Nonnenwerther sprechen aus eigener Erfahrung. Ein Lieblingsshirt oder eine coole Jacke passt nicht mehr und müsste eigentlich aussortiert werden. Aber so richtig trennen möchte sich niemand von den einst so sorgfältig ausgewählten Kleidungsstücken, die auch in gewisser Weise die eigene Persönlichkeit widerspiegeln. So gründeten sie im Rahmen des Wirtschaftsunterrichts in der 9. Klasse des Franziskus-Gymnasiums Nonnenwerth mit der Unterstützung des Förderprogramms „Junior“ des Bundesministeriums für Wirtschaft eine Schülerfirma, bei der der Umweltgedanke bereits im Logo enthalten ist. Dieses Logo ist ein Baum mit dem Schriftzug „auf unsere Umwelt achten“ und wurde von den 14-Jährigen selbst entwickelt. Produzieren, kaufen, tragen, wegwerfen ist nicht das Motto oder der Geschäftszweck von auua, sondern die Kleidung mittels Umfunktionieren zu Rucksäcken regelrecht zu konservieren.

Ihre Stoffmaterialien suchen sie mittlerweile nicht nur in ihren eigenen Schränken. Ein Aufruf innerhalb der Schule kurz vor Weihnachten brachte weitere Ware. Diese sieht ganz unterschiedlich aus. Lange Röcke, Miniröcke, kurze oder lange Hosen, Kinderkleider, Damenshirts oder Herrenhemden – mit diesen ausrangierten und vielfältigen Stoffen werden die Jugendlichen dann zu jungen Designern. Denn Stoffe, Farben und Materialien müssen auch bei getragenen Kleidern zueinander passen, damit sie vom Markt angenommen werden. Immerhin entstehen auf diese Weise wahre Unikate.

Diese Firmengründung vermittelt den Jungunternehmern wertvolle Erfahrungen und fördert ihr Verständnis von Wirtschaftszusammenhängen. Für ihre Firma wurden einzelne Abteilungen gegründet, ein Konto eröffnet, regelmäßige Teambesprechungen eingeführt und sogar Verkaufsstände und Messen organisiert. Verkaufte Anteilsscheine der Schülerfirma dienten dazu, das Start-Up über die schwierige Gründungsphase hinweg mit ausreichend finanziellen Mitteln zu versorgen. Mittlerweile verfügen sie über eigene Einnahmen, die von zwei Buchhalterinnen akribisch verbucht werden.

Fundiertes Wirtschafts-Know-how erhalten die Nonnenwerther seit mittlerweile sechzehn Jahren von Professoren und Dozenten des RheinAhrCampus Remagen, einem Standort der Hochschule Koblenz. Diese Kooperation ist einmalig. Erst im Herbst des vergangenen Jahres konnten Astrid Heilmann-Cappel, Koordinatorin des Unterrichtsfachs „Wirtschaft“ und ihre Kollegin Cornelia Zumbruch stellvertretend für das Gymnasium aus Remagen den so genannten TES AWARD in Wien entgegennehmen. Als einzige deutsche Schule wurde diese mit dem Preis „The Entrepreneurial School Award 2018“ für ein hervorragendes Bildungskonzept in ökonomischer und unternehmerischer Fachkompetenz ausgezeichnet.

Dass auch Umweltprojekte von Schülerinnen und Schülern Gehör finden, zeigt die jüngste Initiative der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg und „Fridays for Future“. Ignoranten nennen es Schule schwänzen. Andere sehen es als Aufrütteln der Gesellschaft mit einer neuen Generation. So kann sich auch die Nonnenwerther Schülerfirma mit ihrem Projekt gegen eine Wegwerfgesellschaft engagieren und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärfen, mit Produkten, bei denen auf dem Markt eine Nachfrage besteht.

Derzeit bereiten sich die Nonnenwerther auf Mitte Februar vor. Dann fährt das elfköpfige Team zur Schülerfirmenmesse ins Saarland, wo sie sich gemeinsam mit anderen Schülerfirmen und deren findigen Produkten präsentieren.


Text: Schülerfirma "auua" (Jgst. 9)
Fotos: Schülerfirma "auua" (Jgst. 9)