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Digitale Exkursion ins Schauspiel Leipzig – LK Deutsch „besucht“ Faust-Inszenierung

Gepostet am 4. Mai 2021 | Corona, Deutsch, Exkursionen

Im Leipziger Schauspiel nahmen die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Deutsch 11 von Herrn Ahlhaus am vergangenen Donnerstagabend Platz – wenn auch nur virtuell. Angesichts der pandemiebedingten Schließungen vieler Kulturbetriebe präsentiert das Leipziger Theater über ein Online-Portal seine Vorstellungen als Streaming-Angebot. Das überzeugte Kurs und Kursleitung: „Die Möglichkeit, so auch Inszenierungen weit entfernt beheimateter Ensembles besuchen zu können, ist – bei all den negativen Auswirkungen der Pandemie insbesondere für die Kulturschaffenden – durchaus ein sich lohnendes Angebot.“ So griff man zu, löste digitale Tickets und pünktlich um 20:00 Uhr hob sich bei jedem am heimischen Bildschirm der digitale Vorhang für Enrico Lübbes Inszenierung von Goethes „Faust I“.

Während die Aufführung filmisch sehr gut eingefangen war und technisch einwandfrei übertragen wurde, konnte Lübbes „Faust“ bei den Schülerinnen und Schülern allerdings nur wenig überzeugen. Der Regisseur hatte Goethes Drama drastisch gekürzt und dabei sogar den diabolische Konterpart des Protagonisten (und heimlichen Star des Stückes bei der Schülerschaft), Mephisto, als Rolle gestrichen. Die Figur des Faust blieb blass, Veränderungen in der Handlungschronologie, ein hinzugefügter Chor und integrierte Anspielungen auf den „Faust II“ sorgten für Verwirrung. Auch wenn die Maßnahmen für sich durchaus künstlerisch interessante Akzentuierungen darstellten, konnten sie in Summe nicht überzeugen.

Da der sonst übliche Austausch über die Eindrücke vom gezeigten Stück im Theaterfoyer bei der digitalen Vorstellung entfiel, war von Lehrer Ahlhaus die Messengergruppe des Kurses für den Abend zum „Tele-Twitter“ für die Inszenierung ausgerufen worden. Dort diskutierten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke: Trotz einer ansprechenden Bühnentechnik und einem beeindruckenden Schlussmonolog von Gretchen (Julia Preuß) setzte sich dort aufgrund der genannten Kritikpunkte der Hashtag #Goethewouldnotbeamused durch.

Trotzdem war man sich in einer anderen Sache auch einig: Der digitale Theaterbesuch war eine willkommene Abwechslung und eine sehr gute Idee. Auch wenn das Streaming-Angebot das Erlebnis leibhaftiger Schauspielerinnen und Schauspieler nicht ersetzen kann, bietet es doch die Möglichkeit, über den Tellerrand der lokalen Bühnen hinauszuschauen.


Text: Sören Ahlhaus
Fotos: Schauspiel Leipzig / Rolf Arnold