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Fastenaktion Woche 3: Sollte dem Herren etwas unmöglich sein?

Gepostet am 11. März 2020 | Schulseelsorge

(angelehnt an die Fastenaktion der Evangelischen Kirche: „Zuversicht“ – 7 Wochen ohne Pessimismus)

Impuls: „Langsamer Walzer“ von Ramón Seliger

Der Alte tanzt durch die Wohnung. Langsamer Walzer. Mit ausladenden Schritten und einem Lächeln auf den Lippen. Im Dreivierteltakt geht es durch die Küche. Dann durch die Diele ins Wohnzimmer. Hier ist richtig Platz. Wichtig beim langsamen Walzer ist der Schwung. Und den hat er raus. Elegant. Gelernt ist eben gelernt.

Heute Morgen noch war er mit schwerem Herzen aufgewacht. Konnte die Augen kaum aufschlagen. Heute ist der Geburtstag seiner Frau. Der erste Geburtstag ohne sie. Anfang des Jahres war sie verstorben. Nach achtundsechzig Ehejahren. Vor fast siebzig Jahren hatte er sie beim Tanz kennengelernt. Seitdem hatten sie miteinander getanzt: im Tanzverein, auf Geburtstagen und einmal sogar auf der Bühne im Theater.

Sie haben getanzt bis zuletzt. Sogar als seine Frau schon im Rollstuhl gesessen hat. Da legte er noch einmal die alte Schallplatte auf. Die sie so gern mochte. Langsamer Walzer. Das war ihr Lied. Noch einmal nahm er sie bei der Hand und drehte sie mit ihrem Rollstuhl im Wohnzimmer. Da hatte sie noch einmal ein Lächeln auf den Lippen.

Ganz anders heute Morgen. Mit schwerem Herzen war er aufgewacht. Wie sollte das heute nur werden? Wie ein unbezwingbarer Berg lag der Tag nun vor ihm. Unmöglich. Keine Kraft in den müden Gliedern. Immer wieder hatte er sich nach dem Tod seiner Frau gefragt: „Wie lange noch, Gott, wie lange noch?”. Heute Morgen hatte er seit Langem einmal wieder zu Gott gebetet. Hatte ihm seine ganze Hilflosigkeit an diesem Tag hingehalten. So viele Erinnerungen. Das Herz so schwer.

Über der Klage war er noch einmal eingeschlafen. Jetzt schlug er die Augen wieder auf Mühsam drehte er das Radio an.

Er kann seinen Ohren kaum trauen. Im Radio spielen sie ihr Lied. Langsamer Walzer. Jetzt wird ihm das Herz ganz leicht. Noch im Schlafanzug fängt er an zu tanzen. Die karierten Hausschuhe bleiben heute stehen. Über die Diele geht’s in Wohnzimmer. Hier fällt sein Blick auf den alten Rollstuhl seiner Frau. Von dem konnte er sich bis zuletzt nicht trennen. Gut so, denkt er jetzt. Und legt noch einmal los und tanzt mit dem Rollstuhl durchs Zimmer. Als das Lied zu Ende geht, ist ihm das Herz an diesem schweren Tag ganz leicht. Und er hat ein Lächeln auf den Lippen.

  • Was kann ich persönlich dafür tun, um mich von den Gegenwartsängsten oder von der Furcht von der Zukunft nicht niederdrücken zu lassen?
  • Spielt für mich der Glaube für eine zuversichtliche Zukunftsgestaltung eine Rolle? Wenn ja, dann welche?
  • Von welchem Glauben spricht Jesus, wenn er sagt: „Wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn, könntet ihr zu diesem Berg sagen: ‘Rück weg von hier nach dort!’ Und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.”
  • Wenn die Sorgen sich vor uns wie Berge auftürmen, könnte der Glaube sie versetzen?
  • „Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.“ (Rabindranath Tagore)
  • Was bedeutet es für mich: „Der Glaube ist nicht Dekoration, Verzierung. Glauben haben heißt, Christus wirklich in die Mitte unseres Lebens zu stellen“ (Papst Franziskus)?

Foto: pixabay.com