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Fastenaktion Woche 4: Ich hoffte auf Licht und es kam Finsternis

Gepostet am 19. März 2020 | Schulseelsorge

(angelehnt an die Fastenaktion der Evangelischen Kirche: „Zuversicht“ – 7 Wochen ohne Pessimismus)

Impuls: „Es war einmal, als das Wünschen noch geholfen hat“ (Andreas Malessa)

Es war einmal vor – gar nicht so – langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat. Da lebte in einer großen, wilden Stadt eine kluge, ältere Dame, die Jakob und Wilhelm Grimm eine „Königin“ genannt hätten. Eine moderne, normale allerdings. Ihr Hermelinmantel war der Hosenanzug, ihre güldene Krone das Grundgesetz und ihr Zepter die Parlamentsmehrheit.

Eines milden Spätsommertages nun machte sie mal nichts Besonderes. Wie sonst meistens. Diesmal nicht. Denn jeder Fußballtrainer der dörflichen Kicker, jede Bergführerin mit der Seniorenwandergruppe und jeder Marketingchef einer Verkaufsmesse macht das auch: zurückblicken auf bisherige Erfolge, die bevorstehende Herausforderung in den Blick nehmen und dann eine Sicht auf die Zukunft entwickeln. Eine Zuver-Sicht. Als Motivation, als Ansporn: „Wir werden die Gurkentruppe aus dem Nachbardorf schlagen.“ „Wir werden zum Kaffeetrinken am Gipfelkreuz sein!‘ „Wir werden die Umsatzziele erreichen!‘

Nun begab es sich aber, dass es nicht um Tabellenpunkte, Höhenmeter oder Kennzahlen ging, sondern um Menschenleben. Um dramatische Schicksale und die Zukunft von Kindern. Die nicht immer königlich Regierende „grämte sich über das Elend und wartete auf das Gute“, wie es das biblische Buch Hiob erzählt und die Gebrüder Grimm vermutet hätten. Denn schon seit siebzig Jahren herrschten Friede und Wohlergehen in ihrem königlosen Reich voll unermesslicher Reichtümer. Wie sie nun durch dankbare Rückschau in zuversichtliche Vorausschau geriet, sprach sie zum Volk: „Das Motiv, aus dem heraus wir an diese Dinge herangehen müssen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen auch das!“ Elenden zu helfen, stand ihr der Sinn.

Da erhob sich ein gewaltiges Murren und Pöbeln im Land. Aus Kritik an den Mächtigen ward gar bald Hass auf die Ohnmächtigsten geschmiedet.

Die Armen im Volk klagten nicht mehr über reiche Steuerflüchtlinge, wohl aber über arme Kriegsflüchtlinge. Die Wertkonservativen konservierten nicht mehr ihre Werte, sondern restaurierten ihre Ressentiments. Biedermänner reichten Brandstiftern die geistigen Zündhölzer, Bürgersleute nannten Drohmärsche Spaziergänge, Staatsdiener hakten sich bei verurteilten Verbrechern unter.

Kurz: Es gebrach ihrem Volk an Wahrheitsliebe und Besonnenheit, Vernunft und Augenmaß, Gesetzestreue und Humanität, Demut und Nächstenliebe. Da sprach das biblische Buch Hiob anstelle der Königin: „Mein Harfenspiel ist zur Klage geworden und mein Flötenspiel zum Trauerlied.“ Die Gebrüder Grimm aber wunderten sich. Zettelsammler, die sie waren, kramten sie Schlagwort-Sätze vergangener Zeiten hervor, die das Leben vieler Menschen verbessert hatten: „I have a dream“, „Mehr Demokratie wagen!“ oder „Yes, we can!“. Warum nicht auch „Wir schaffen das“?

Aber wenn Dummheit und Pessimismus nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

  • Wenn mir das Wünschen nicht mehr hilft, würde ein Wunsch für einen anderen Menschen oder der Wunsch eines anderen Menschen mir helfen?
  • Was fühlst du, wenn jemand zu dir sagt: „Ich kann dir dein Leiden nicht wegnehmen, ich teile es aber mit dir!
  • Was rufen die Worte Hiobs „Ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis“ (Hiob 30,26) in mir hervor?
  • Lebte ich schon immer im naiven Glauben, dass alles gut sein wird?  – vor allem für mich?
  • Ist es möglich sich vor Schicksalsschlägen zu schützen? Kann man sich trotzdem irgendwie wappnen?
  • Als Dalai-Lama gefragt wurde: „Fühlen sie sich manchmal einsam“? Sagte er spontan, „Nein, weil ich mit vielen Menschen ganz tief verbunden bin….“
  • Ist es möglich, dass wir in einer Zeit der Krise unsere innere Welt neu entdecken und auch nach außen Solidarität zeigen?
  • Was ist das für eine Liebe, wenn Jesus am Kreuz, mitten in der Finsternis, sagt: „Vater, in deine Hände lege ich mein Leben“?

Foto: pixabay.com