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Ist Kultur nicht systemrelevant? Eine Nonnenwertherin nimmt Stellung

Gepostet am 23. Juni 2020 | Kunst, Musik

Kunst und Corona – dieses aktuelle Thema ging Musiklehrer Jürgen Roth mit seinem Grundkurs der Jahrgangsstufe 10 im Rahmen des Online-Unterrichts per Videokonferenz an. In diesem Kontext nahmen die Schülerinnen und Schüler Stellung zu dieser kontroversen Thematik.

Der Beitrag von Greta Kluge (MSS 10):

Systemrelevant – was beziehungsweise wer ist das eigentlich? Einen richtigen Durchblick bekommt man in dieser Frage nicht. Wenn man in der jetzigen Situation in Deutschland herumfragen würde, bekäme man als Antwort höchstwahrscheinlich ganz oft Virologen, Ärzte, Krankenschwestern, aber auch Müllmänner und Kassierer genannt. Diese Berufsgruppen wurden vermutlich noch nie in einem Atemzug genannt, und genau diese Breite an Personen und Berufen ist doch sehr interessant. Trotzdem finde ich, gibt es eine Gruppe, die viel zu selten genannt wird: Wo bleiben die Künstler? Die Frage, die sich mir stellt, ist: Was ist der Grund für die fehlende Erwähnung? Wird die Kultur in Deutschland nicht so geschätzt, wie ihr exzellenter Ruf es eigentlich annehmen lässt?

Interessant wäre es zu wissen, wie viele Menschen tatsächlich momentan davon träumen wieder das Theater, die Oper oder ein Museum zu besuchen. Die Politik jedenfalls geht davon aus, dass es relativ wenige sind, denn Vorrang hat erst einmal die Industrie und die Gastronomie. Die Nachrichten und Zeitungen sind voll von Berichten über die leidende Wirtschaft, Unternehmen und Restaurants, wirklich in die Tiefe gehen diese aber nie, denn das Individuum wird dabei vernachlässigt. Niemand schaut auf die Personen dahinter, alle richten ihren Blick darauf, wie man möglichst seine Aktien rettet und ob man nicht möglichst bald wieder nach Mallorca fliegen kann. Dass es da Menschen gibt, denen von jetzt auf gleich die Lebensgrundlage wegbricht, die kein Restaurant, oder ein Modegeschäft führen, wird vom Großteil der deutschen Bevölkerung vernachlässigt. Ich bestreite nicht, dass diese Personen weniger leiden, aber ihr Leid wird geteilt. Kulturschaffende müssen alleine damit klarkommen, dass sie eventuell nur noch ein Existenzminimum zur Verfügung stehen haben.

Wessen Aufgabe ist es nun, das Augenmerk auf diese Gruppe zu richten? Die der Betroffenen? Die der Minderheit, die sich Sorgen macht, weil ein Teil ihrer Freizeit jetzt gefährdet wird? Nein, meiner Meinung nach ist es die Verpflichtung einer ganz besonderen Gruppe ihnen zu helfen. Es sind diejenigen, die die Verantwortung für jeden einzelnen in Deutschland haben: Die Regierung. Theoretisch gäbe es zahlreiche Möglichkeiten, Künstler zu entlasten, ihnen Perspektiven zu schenken. Doch die Großzügigkeit dafür ist in diesen Kreisen selten anzutreffen, trotz – und da komme ich auf die ursprüngliche Frage zurück – der ungeheuren Relevanz der Kulturschaffenden. Ich würde sogar behaupten, es ist nicht nur Relevanz, sondern Kultur ist eine Stütze einer sozialen und demokratischen Bevölkerung. Kultur, in all ihren Formen, hat einen positiven Einfluss auf den Menschen. Sie richtet sich an jedes einzelne Glied eines funktionierenden Staates, an Ärzte, Krankenschwestern, Müllmänner, Kassierer, Banker, Manager etc. Nicht zuletzt regt sie ganz einfach dazu an, kritisch nachzudenken. Und dieses kritische Nachdenken, da würde mir hoffentlich niemand widersprechen, ist für den Menschen in seinem Leben eine der wichtigsten Fähigkeiten.


Text: Greta Kluge (MSS 10)
Foto: pixabay.com