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Schülerakademie 2018 – weit mehr als „Schule in den Ferien“

Gepostet am 26. September 2018 | FFF-Programm

Bereits seit vielen Jahren ist es auf Nonnenwerth üblich, einigen Schülern die Teilnahme an einer der zehn jährlich stattfindenden Schülerakademien der Stiftung Bildung und Begabung zu ermöglichen. Diese werden für gewöhnlich in den Sommerferien in Internaten in ganz Deutschland abgehalten. Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Europa erhalten hier die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten sechzehn Tage lang projektbasiert auf Universitätsniveau an einem Thema zu arbeiten. Eine Akademie besteht aus ca. 90 Teilnehmen, die sich auf je sechs Kurse aufteilen.

Meine Akademie fand in Sachsen-Anhalt am Fuße des Brockens im Landschulheim Grovesmühle statt. In dem alten Gutshof mit angeschlossener Mühle gab es alles, was man zum Arbeiten, Sport treiben oder kreativ sein benötigt – seien es Computerräume, Bandprobenräume, diverse Klaviere, Beachvolleyballanlagen oder einen eigenen Schwimmteich.

Die Aktivitäten während der Akademie gliederten sich in zwei Bereiche. Dies war zum einen die Arbeit in den eigentlichen Kursen, die neben zahlreichen Präsentationen und Gruppenarbeiten auch das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten vorsah, zum anderen die so genannten KüAs (kursübergreifenden Aktivitäten). Zu diesen muss man wissen, dass viele der Teilnehmenden neben der Schule noch zahlreiche andere Interessen haben, sei es das Ausüben einer interessanten Sportart, Musik in all ihren Facetten, das Gründen von Start-Ups oder die Teilnahme an nationalen und internationalen Kongressen, um nur Einiges zu nennen. Zu diesen und vielen anderen Themen haben wir uns im Laufe der Akademie in Gruppen ausgetauscht und viele neue Ideen umgesetzt.

Musik war ein besonders wichtiger Bestandteil der Akademie. So gab es zwei Chöre, ein Orchester, eine Band und unzählige kleine Ensembles, die sich alle gegen Ende der Akademie in einem großen Konzert der Öffentlichkeit präsentierten.

Mein Kurs handelte von der Mensch-Maschine Interaktion aus psychologischer und technischer Sicht. Wir erhielten einen Einblick in einige Teilbereiche der Psychologie, lernten verschiedene Schnittstellen kennen, analysierten diese nach verschiedenen Gesichtspunkten und diskutierten über die ethischen Fragestellungen die sich ergeben, wenn die Grenzen zwischen Mensch und Maschine in Zukunft zunehmend verschwimmen werden. Als großes Abschlussprojekt analysierten wir einen Staubsaugerroboter hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit und anderer Parameter, führten kleine Tests unter Laborbedingungen durch und entwickelten schließlich ein Konzept zur Verbesserung des Produkts, das wir anhand eines Imagefilms visualisierten.

Das für mich persönlich Eindrücklichste war die allgegenwärtige Motivation. Wir erreichten schnell eine Arbeitseffizienz, die wir bei uns selbst gar nicht für möglich gehalten hätten. Diese war jedoch unvermeidbar, denn man wollte ja an möglichst vielen Angeboten teilnehmen. Für jedes Projekt, egal wie abwegig oder kompliziert es auch zu sein schien, fand man Leute, die es zusammen in Rekordzeit realisierten.

Neben diesen Hauptbereichen gab es noch zahlreiche andere Aktivitäten. Hier sind zum Beispiel eine Exkursion in das nicht weit entfernte Goslar sowie zu einer Produktionsstätte der Thyssenkrupp AG, das Quidditchturnier oder die Partys (selbstverständlich ohne Alkohol) zu nennen.

Austausch fand jedoch nicht nur während den Kursen oder KüAs statt. Nach dem eigentlichen Programm, das für gewöhnlich von 7:30 bis ca. 23:00 Uhr dauerte, verbrachten wir die Nächte mit tiefgründigen Diskussionen zu allen möglichen Themen. Wie unschwer erkennbar ist, wurde Schlaf schnell zur Mangelware. Fünf Stunden Ruhe wurden mit der Zeit zur wünschenswerten Dauer, die man jedoch selten erreichte. Durch die allgegenwärtige Motivation, die ich oben schon beschrieben habe, fiel das während der Akademie jedoch nicht weiter auf. Einzig in der Unfallstatistik waren klare Tendenzen erkennbar.

Bereits von Beginn an bildeten wir Teilnehmer, die Kursleitenden und die Akademieleiter eine Gemeinschaft, aus der sich mit der Zeit unzählige Freundschaften entwickelten. Der Abschied fiel dementsprechend schwer, kaum ein Auge blieb am letzten Tag trocken. Und die Gemeinschaft endet nicht mit der Auflösung der Akademie. Erste Nachtreffen sind in Planung bzw. haben schon stattgefunden.

Insgesamt waren es zwei zwar sehr anstrengende aber auch unglaubliche interessante Wochen, die keinesfalls mit „Schule in den Ferien“ überschrieben werden können. Vielmehr war es eine Mischung aus dem Kennenlernen vieler unglaublich interessanter Menschen und dem Erkennen und teilweise auch Verschieben der eigener Grenzen, denn es gab immer andere, die etwas mindestens doppelt so gut konnten wie man selbst. Ganz nebenbei haben wir auch viel über das universitäre Arbeitsweise gelernt. Alle Teilnehmer werden die Akademiezeit wohl so schnell nicht vergessen.


Text: Thorsten Fuchs (MSS 12)
Fotos: Thorsten Fuchs (MSS 12)