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Schulseelsorge

Das Franziskus Gymnasium Nonnenwerth ist eine Schule, in der seit mehr als 150 Jahren junge Menschen im franziskanischen Geist auf dem Weg ins Leben begleitet werden. Zu dieser Wegbegleitung gehört als ein wesentliches Element die Schulseelsorge. Im Leitbild unserer Schule heißt es: „Wir orientieren uns auch heute noch in unserem pädagogischen Tun an Franziskus von Assisi und seiner Lebensgestaltung aus dem Glauben; deshalb sind Achtung der Menschenwürde, Friede, Gerechtigkeit und Behutsamkeit im Umgang mit der Schöpfung für uns wichtig.“

Franziskus war kein Pädagoge; er wollte nichts anderes, als das Evangelium leben. Er war ein Mensch, dessen Beispiel so fasziniert hat, dass Scharen von jungen Menschen ihm damals gefolgt sind – und auch heute zieht seine Art, die Botschaft Jesu ins Leben zu übersetzen, Jugendliche an.

 

Eine Schulpastoral, die sich an seinem Geist orientiert, unterscheidet sich sicher nicht grundsätzlich von anderen Formen der Seelsorge an Schulen, hat aber dennoch ein eigenes Profil, besondere Schwerpunkte.

Weggemeinschaft

„Wir sind Christen – unterwegs als Glaubende, Fragende und Suchende -, die miteinander eine im franziskanischen Geist wurzelnde Schule gestalten“ (Leitbild). Schulgemeinschaft ist Weggemeinschaft – gerade auch „in Sachen Glauben“. Träger der Schulseelsorge sind nicht nur die Priester aus den umliegenden Gemeinden, die zu uns zum Gottesdienst kommen, nicht nur die Religionslehrerinnen und -lehrer, sondern alle, die sich um eine ganzheitliche Gestaltung des Schullebens bemühen.

So gibt es an unserer Schule nicht nur das gemeinsame Morgengebet, sondern auch – neben zahlreichen anderen – einen Gottesdienst zum Schuljahresbeginn, der von jeweils einer Fachschaft aus dem Kollegium gestaltet wird. Da sprechen dann Nicht-Religionslehrer Gebete, verkünden das Wort Gottes und halten eine Predigt.

Bei der Assisi-Fahrt, die immer wieder angeboten wird, haben Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, den Spuren des hl. Franziskus zu folgen und in der Auseinandersetzung mit seinem Leben Orientierung für den eigenen Weg zu finden.

Einem ähnlichen Anliegen dienen die Einkehrtage für Abiturienten, die nach einer Rückschau auf den bisherigen Lebensweg den Blick in die Zukunft lenken: Wofür will ich leben – und welche Bedeutung hat mein Glaube für meinen Lebensentwurf?

Geschwisterlichkeit

Ein wesentliches Element der franziskanischen Spiritualität ist die Geschwisterlichkeit. „Wir verpflichten uns zu einem partnerschaftlichen Zusammenleben und –arbeiten (…) in gegenseitiger Wertschätzung und Verantwortlichkeit aller am Schulleben Beteiligten“ (Leitbild).  Wir bereiten die Schulgottesdienste mit Lehrern und Schülern gemeinsam vor und pflegen dabei den Geist der Ökumene.

An allen wesentlichen Entscheidungen, die das Schulleben betreffen, sind neben den Lehrern auch Schüler und Eltern beteiligt. Zudem gibt es seit mehr als 20 Jahren ein Gremium, das sich „SCHELLE“ nennt, in dem SCHüler, ELtern und LEhrer paritätisch vertreten sind und miteinander Fragen des Schullebens besprechen, sowie Projekte planen und durchführen. Wir pflegen das Miteinander, indem Paten den jüngeren Schülern zur Seite stehen und Oberstufenschüler sie in den freien Zeiten des Ganztagsbetriebs betreuen.

Franziskus hat einen Aussätzigen umarmt und einen Wolf gezähmt, indem er ihn „Bruder“ nannte. Auch wir bemühen uns, junge Menschen in ihrem Anderssein anzunehmen, ihnen Raum zu geben, über ihre Probleme zu sprechen. So gibt es zum einen eine Kinder- und Jugendpsychologin an unserer Schule, daneben aber auch die Gelegenheit zum „Talk im Turm“, zum seelsorglichen Gespräch in einer Vertrauen erweckenden Atmosphäre.

Dialog als Weg zum Frieden

Franziskus suchte mitten in den Kreuzzügen den Dialog mit dem islamischen Sultan Melek el Kamil. Er war beeindruckt von der tiefen Gläubigkeit des anderen und die beiden schieden als Freunde. Erziehung, die sich an Franziskus orientiert, begegnet dem anderen mit Offenheit und Wertschätzung, sie verbindet Toleranz mit der Fähigkeit, einen eigenen Standpunkt zu vertreten. Dialogfähigkeit ist ein wichtiger Schritt zum Frieden. Kommunikationstraining gehört zum Konzept unserer Schule sowie Anleitung zum verantwortungsvollen Umgang mit den sozialen Medien. Schülerinnen und Schüler der Gruppe „Solidary Island“ helfen bei der Schlichtung von Streitigkeiten.

Nur im Team ist der „Tower of Power“ zu errichten.

Dem inneren Frieden sowie der Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen dient auch das Angebot zu Buße und Beichte. Zweimal im Jahr findet ein Bußgottesdienst statt, anschließend besteht die Möglichkeit zum Beichtgespräch. Die Fastenzeit steht jedes Jahr unter einem Thema, das dazu anregt, in den Klassen und Kursen über den Umgang miteinander selbstkritisch nachzudenken und Korrekturen zu vereinbaren.

Demut – Mut zum Dienst

Zum Leben des heiligen Franziskus gehören die Armut als bewusst gewählter Lebensstil und die Minoritas, das Mindersein. Erziehung in diesem Sinne wendet sich gegen Ellenbogenverhalten, Karrieredenken und Konsummentalität. Darum gibt es bei uns nicht nur in offenen Unterrichtsformen das Helferprinzip, sondern in der Jahrgangsstufe 10 auch das vierwöchige Sozialpraktikum, in dem die Jugendlichen in sozialen Einrichtungen alten, kranken und behinderten Menschen helfend zur Seite stehen.

Großes Engagement gegen Armut – in welcher Form auch immer – zeigt die Schulgemeinschaft beim 24-Stunden-Lauf, der ca. alle zwei Jahre stattfindet.

Ehrfurcht vor der Schöpfung

Bekannt ist die Liebe des Heiligen Franziskus zur Natur. In ihr entdeckte er die Spuren Gottes; deshalb begegnete er ihr in geschwisterlicher Ehrfurcht. Franziskanische Erziehung und Bildung verknüpft das Wissen über die Natur mit der Verantwortung für die Schöpfung und lehrt das Staunen über ihre Schönheit. Dies geschieht u.a. beim Dünengottesdienst mit den Sechsern bei der Borkumfahrt, bei der Wallfahrt nach Trier zum „Heiligen Rock“ und bei den verschiedenen Aktivitäten der Sport-Religions-Woche.

Beim Gottesdienst in den Borkumer Dünen herrscht eine ganz besondere Atmosphäre.

Seit vielen Jahren hat diese Veranstaltung der Schulpastoral ihren festen Platz an unserer Schule. Zu Beginn des Schuljahres, meist in der zweiten Schulwoche, fahren die Schüler/innen der Jahrgangsstufe 10 in vier Gruppen für eine Woche weg – in der Regel in Begleitung je eines Sport- und eines Religionslehrers. Dabei geht es zunächst um ein Kennenlernen über die alten Klassengrenzen hinaus. Deshalb wird bei der Zusammensetzung der Gruppen auf eine „gute Mischung“ aus den Klassenverbänden der ehemaligen Neuner geachtet, nachdem die Jugendlichen im Vorfeld drei Fahrtenwünsche angeben konnten. Es hat sich auch gezeigt, dass Seiteneinsteiger, die von anderen Schulen zu uns in die Oberstufe kommen, durch diese Fahrt rasch integriert werden.

Beim sportlichen Angebot geht es darum, eine Sportart anzubieten, die im regulären Unterricht nicht vorkommt und die sich zudem besonders zur Förderung der Sozialkompetenz eignet. Bei alldem ist es durchaus gewollt, dass auch Grenzerfahrungen gemacht – und reflektiert! – werden. Und für das Miteinander ist es durchaus förderlich, wenn Schüler erleben, dass auch Lehrer ins Schwitzen und an ihre Grenzen kommen – oder kentern und unversehens im Wasser landen.

Die religiöse Zielsetzung der Fahrt bezieht sich auf drei Bereiche und wurde von der Fachkonferenz Religion wie folgt formuliert:

1. miteinander leben

Die Begegnungen zwischen Lehrern und Schülern und der Schüler untereinander sollen geprägt sein von der Motivation

Die Art des Umgangs sollte bestimmt sein von gegenseitigem Respekt und Toleranz.

2. miteinander reden

Es sollte genügend Zeit sein, in der sich die Gruppe mit Fragen der Sinnfindung und mit religiösen Themen auseinandersetzt.

3. miteinander beten / meditieren / sich besinnen

Im Tagesverlauf gibt es Freiräume, die der gemeinsamen Besinnung, dem Gebet oder der Meditation dienen. Dabei besteht die Möglichkeit, die Schülerinnen zu ihnen bis dahin unbekannten religiösen Ausdrucksformen hinzuführen.

Pilger sein

Franziskus war kein Pädagoge im strengen Sinn, auch kein Religionspädagoge. Und doch gibt er uns auf der Suche nach Leitlinien für unser Bemühen in der Schulpastoral Orientierung. Sich von ihm inspirieren lassen, heißt nicht: das Ziel schon erreicht haben, sondern dahin unterwegs sein. Und auch das gehört zur franziskanischen Spiritualität: Wie ein Pilger auf dem Weg sein und auf dem Weg bleiben, weil es ein Ziel gibt, das anzustreben sich lohnt.

Ansprechpartner für die Schulseelsorge ist Marius Trzaski.