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Sport-Reli-Woche: Bergwandern

Gepostet am 25. September 2019 | Fahrten, Religion, Sport

Am 19. August fuhren wir, 18 Schülerinnen und Schüler des Franziskus Gymnasium Nonnenwerth, zusammen mit Frau Stöhr und Herrn Meixner mit dem Zug von Remagen in die bayrischen Alpen, um dort für eine Woche zu wandern und uns verschiedenen religionsbezogenen Themen zu widmen.

Die Zugfahrt von Remagen nach Aschau im Chiemgau verlief ohne weitere Probleme, während wir gespannt und aufgeregt darüber nachdachten, was uns wohl erwarten würde. Ab Aschau fuhren wir mit einem Bus, der uns daraufhin an einer Haltestelle hinausließ, von der wir mit unseren Gepäck- sowie Tagesrucksäcken einen nicht allzu langen, jedoch sehr steilen Weg nach oben wandern mussten. Hierfür hatten wir natürlich schon unsere Wanderschuhe angezogen und erreichten nach einiger Zeit eine kleine Weggabelung, an der wir den Hüttenbetreibern unsere Gepäckrucksäcke gaben. Diese wurden freundlicherweise mit einem Geländewagen in die Hütte gefahren. Erleichtert über die Hilfe, begannen wir mit unseren kleinen Rucksäcken für die Tagestouren den Anstieg zur Hütte.

Nach mehreren Stunden erreichten wir schließlich überglücklich unsere Unterkunft für die kommende Woche: Die Priener Hütte. Die auf 1410m errichtete Hütte war sehr schön eingerichtet und wir bezogen unsere Zimmer, bestehend aus mehreren Hochbetten und schlicht gehaltenen Kleiderhaken. An die einfachen Lebensverhältnisse ohne Internetverbindung oder gar WLAN konnten wir uns schnell gewöhnen, sodass wir kurz darauf ein leckeres Abendessen aßen.

Nach einem schönen Lagerfeuer, bei dem Herr Meixner mit einer alten Gitarre, die in der Hütte eigentlich nur zur Dekoration stand, seine musikalischen Fähigkeiten unter Beweis stellte, gingen wir alle müde und überwältigt von den neuen Eindrücken schlafen, während wir bereits den Ereignissen der kommenden Woche entgegenfieberten.

Dienstag

Nach einer erholsamen Nacht trafen wir uns am Morgen zum Frühstück im Essensraum. Einige Informationen wurden bekannt gegeben und wir versammelten uns vor der Hütte, um einige Lieder zu singen, die von Herrn Meixner ausgesucht und mit uns einstudiert wurden.

Und dann ging unsere erste offizielle Wanderung auch schon los. Voller Tatendrang bestiegen wir unseren ersten Gipfel, den Geigelstein, den wir, nach einigen kurzen Trink- und Verschnaufpausen, endlich erreicht hatten. Überglücklich genossen wir die leicht vernebelte Aussicht, nachdem wir unser erstes Gruppenbild am Gipfel gemacht hatten.

Auf dem Rückweg, bei dem wir leider etwas nass wurden, sollten wir uns mit einer uns noch eher fremden Person aus der Gruppe unterhalten und mehr über diese herausfinden. Wieder in der Hütte erholten wir uns bis 15 Uhr von der ersten Wanderung.

Die freiwillige Wandertour am Nachmittag führte uns ab einem bestimmten Punkt einen kurzen aber steilen Weg hinauf, bis wir das Gipfelkreuz des Wandberges erleichtert sehen konnten. Leider war es an diesem Tag so neblig, dass wir von der angeblich großartigen Aussicht nichts zu sehen bekamen. Ein neuer Eintrag in das Gipfelbuch und wir machten auf dem Rückweg in einer Sennerei Halt, wo sich einige von uns mit einer frischen Buttermilch mit Beeren stärkten.

Am Abend begann unsere erste Religionsstunde. Das Thema des Abends war „Die Gruppe und ich“, bei dem es darum ging, unser eigenes Verhalten in einer Gruppe zu reflektieren. Nach einem sehr interessanten und lehrreichen von der NASA entwickelten Spiel, sprachen wir in der gesamten Gruppe über unsere Eindrücke und Erfahrung der vergangenen Minuten.

Mittwoch

Am nächsten Tag starteten wir nach einer erneuten kleinen Gesangeinlage unsere nächste Vormittagstour.  Diese führte uns auf das Mühlhörndl, welches anscheinend kein Gipfelkreuz besaß, weshalb wir für ein Foto improvisierten und uns selbst wie Kreuze hinstellten.

Während die einen versuchten, nach dem Mittagessen in der Hütte in unserer freien Zeit zu schlafen, spielten andere Karten oder erlaubten sich schon den ersten Kaiserschmarrn der Woche, der, nach eigener Erfahrung, sehr lecker war.

Am Nachmittag bestiegen dann diejenigen, die sich zuvor freiwillig gemeldet hatten, den Karkopf, einen 1507m hohen Berg, diesmal mit Gipfelkreuz.

Nach einem schmackhaften Abendessen spielten wir ein Planspiel, in dem wir als Dorfgemeinschaft einen von uns ausliefern mussten. Zur Auswahl standen 5 Personen. Jeder von Ihnen bekam im Voraus eine eigene Rollenkarte und spielte seine Rolle gekonnt vor. Nach einer heißen Diskussionsrunde entschieden wir uns demokratisch für eine Person, der nach den anderen Charakteren erzählte, was er für eine Aufgabe durch die Rollenkarte erhalten hatte. Nun berichteten wir den Hauptdarstellern des Planspiels, wie sie im Laufe der Diskussion reagiert hatten und hielten verschiedene Ergebnisse fest.

Donnerstag

Die Wanderung am Donnerstag sollte zum Highlight der Woche werden: Der Aufstieg auf den Gipfel der Kampenwand!

Wir teilten uns in eine schnellere und eine eher ruhigere Gruppe auf und begannen den Weg, der über fünf Stunden dauern sollte. Das Wetter war angenehm und wir kamen über eine große Wiese, von der wir schon unser Ziel erkennen konnten. Leider war es aber noch ewig entfernt…

Anschließend erreichten wir eine steile Stelle, die wir mit Hilfe eines Drahtseils überwinden konnten und gingen Schritt für Schritt am Seil hinunter. Auf der Dalsenalm, die auf genau 1000m liegt, machten wir Rast.

Nun begann, nach einem langen Abstieg, ein langer Aufstieg, den wir allerdings als Gruppe meisterten und uns gegenseitig immer wieder halfen oder motivierten.

Nach einem langen Weg, über einen Steinbruch am Fuße der Wand, erreichten wir die Sonnenalm, an der die Seilbahn ihre Bergstation hatte. Wir setzten uns auf die Sonnenalm und begrüßten den zweiten Teil unserer Nonnenwerther Bergwanderer. Während sie sich ebenfalls eine Mahlzeit bestellten, begann der erste Trupp den Aufstieg auf den Gipfel.

Über einen steilen, steinigen Weg kamen wir an einen Teil, an dem man sich ebenfalls mit den Händen abstützen musste. Die „Klettertour“ unterbrachen wir immer mal wieder, um wunderschöne Fotos zu machen, wie zum Beispiel, als die Sonnenstrahlen durch kleine Felsspalten leuchteten.

Irgendwann kamen wir jubelnd oben an. Da war es: Das Gipfelkreuz der Kampenwand! Von den 1669m hat man normalerweise einen traumhaften Blick auf den Chiemsee, jedoch sahen wir einen kompletten Wolkenteppich, durch den hin und wieder ein paar kleine Bergspitzen stachen. Doch die Aussicht war trotzdem herrlich! Nach einem Gruppenfoto traten wir den Abstieg an, bei dem Herr Meixner an einer Stelle stehen blieb und auf die zweite Gruppe wartete.

Frau Stöhr machte sich inzwischen mit einigen auf den Rückweg, den sie mit Seilbahn und Bus, sowie einer anschließenden Wanderung zur Hütte zurücklegten, die selbe Strecke wie am Montag.

Die Übrigen warteten auf Herrn Meixner, der den zweiten Schwung die Kampenwand hinaufführte und wir begannen kurz vor Dämmerung den Rückweg, begleitet von dichtem Nebel.

Es war ein sehr aufregender und durchaus anstrengender Wanderweg. Es ging über 600 Höhenmeter konstant bergauf, und nicht nur das war nicht jedermanns Sache. Einige Teile, besonders die unangenehmen, zogen sich ewig und die Sonne deutete mehr und mehr auf ihren abendlichen Untergang hin. Wir erreichten erneut die Drahtseile und kletterten die Felsstücke hinauf.

Es wurde immer dunkler und wir machten ein Gruppenfoto mit dem rötlichen Himmel im Hintergrund.

Vor uns lag nun ein letzter Abstieg.

Schließlich erreichten wir nach über 12 Stunden (insgesamt, der Rückweg dauerte „nur“ 4 Std) Wanderung am Tag die Priener Hütte.

Sofort stürzten sich alle hungrig auf das Abendessen, welches uns von den Köchen freundlicherweise warmgehalten wurde. Wenig später fielen alle komplett erschöpft in ihre Betten.

Freitag

Den letzten Wandertag sollte eine nette Wanderung zum österreichischen Walchsee krönen. Wir stiegen von Berg zu Berg und kamen irgendwann an einen Punkt an, von dem wir bereits das Ziel sehen konnten. Der Abstieg dauerte noch eine Weile, doch wir schafften es als Gemeinschaft ins Tal, in die gleichnamige Gemeinde Walchsee. Nach einem ersten Belohnungseis mit Sorten wie Mohn-Kirsch gingen manche an das Ufer und badeten im Wasser, während andere den ortseigenen Supermarkt besuchten, Postkarten kauften oder einfach die Pause genossen.

Für den Aufstieg teilten wir uns erneut in zwei Gruppen: Die Gruppe von Frau Stöhr ging den Fahrweg, die von Herrn Meixner einen Wanderweg entlang eines Wasserfalls.

Der Weg war zwar anstrengend, jedoch zahlten sich alle Strapazen aus, als wir die Sennerei von Dienstag erreicht hatten. Wir überquerten die deutsch-österreichische Grenze und hatten schon bald wieder die Priener Hütte in unserem Blickwinkel entdeckt. Als wir plötzlich die andere Gruppe auf dem Fahrweg entdeckt hatten, liefen einige los und stürmten überglücklich hinauf zur Hütte, um zuerst duschen zu können.

Leider endete die letzte richtige Wanderung bereits. Der Koch servierte uns ein Abschlussessen der besonderen Art mit Tomatensuppe, Knödelvariationen und köstlich duftendem Braten. Der traditionelle Kaiserschmarrn zum Nachtisch blieb nicht lange unangerührt.

Auch der letzte Abend diente zur Reflexion des eigenen „Ichs“ und stand im Zeichen von „Liebe und Selbst“, wie Frau Stöhr das Thema einleitete. Es folgte eine praktische Übung vor der Hütte zur Selbstwahrnehmung und zum Vertrauen gegenüber der eigenen Stärke. Nun war es an der Zeit, mit einem „Partner des Vertrauens“, das eigene „jüngere Ich“ zu finden und ihm viele angenehme Erinnerungen und Stärken zu erzählen. Die schöne Übung ließ es zu, sich zu öffnen und selten bis gar nicht angesprochene Themen zu erwähnen. Nach einer letzten Anmerkung von Frau Stöhr, die den Abend vorbereitet hatte, begannen wir über die vergangene Woche, alle Erlebnisse, Erfahrung, Gutes und Schlechtes zu sprechen. Auffallend war das Gemeinschaftsgefühl untereinander. Wir hielten immer zusammen, motivierten uns und gaben nicht so schnell auf, auch wenn der ein oder anderer Weg dazu verleitet hatte.

Zu guter Letzt erhielten wir die Möglichkeit, einen Brief an uns selbst zu schreiben, den uns Frau Stöhr am Tag unserer Abiturfeier 2022 überreichen wird. Diese schöne Idee wurde von allen dankend angenommen und wir verfassten unsere persönlichen Briefe.

Der Abend endete in einer gemütlichen Runde und wir gingen, überwältigt von allen Erlebnissen der Woche, auf unsere Zimmer.

Samstag

Unser eigentlicher Abreisetag begann für die meisten schon um 5 Uhr morgens. Geplant war eine Wanderung auf den Breitenstein, um der Sonne beim Aufgang zuzuschauen. Im Morgengrauen erreichten wir den Gipfel und bewunderten die Aussicht auf weitentfernte Täler. Die Ruhe, die von den Bergen ausging und das weit entfernte Läuten der Kuhglocken waren so schön, dass wir nur schwer den Rückweg antreten wollten.

Nach einer netten Verabschiedung durch den Hüttenwirt wanderten wir zurück ins Tal und näherten uns somit immer mehr der Zivilisation.

Und so endete eine, sowohl für die Schüler als auch die Lehrer, anstrengende Woche voller atemberaubender Momente, von denen ich hoffe, dass wir all diese nicht so schnell vergessen werden. Wir wuchsen schon nach kurzer Zeit sehr eng zusammen, erkannten neue Talente, Fähigkeiten, Stärken anderer und auch von uns selbst. Auch die mehr oder weniger handyfreie Zeit tat uns gut, und wir verbrachten viel mehr Zeit miteinander, als wir es sonst mit Internet tun würden. Wir sahen Stufenmitglieder auf einer ganz anderen Art und Weise und schlossen neue Freundschaften, was ja auch das Ziel dieser Fahrt war: Wir sollten unsere Klassenverbände auflockern, neue Bekanntschaften machen und Freundschaften knüpfen und dass ist uns, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen.


Text: Olivia Bukal (MSS 10)
Fotos: MSS 10